Eine Kollegin hat mir einen Aufruf, Wettbewerb, wie auch immer man es nennen möchte, weitergeleitet. Texte die sich ums Reisen drehen wurden gesucht. Fünf pro Autorin dürfen eingereicht werden und ich hatte sechs mögliche Kandidaten. Also habe ich einen aussortiert,… Weiterlesen
„Sie schwankt.“ [Hélène Cixous]
Einmal zieht es sie nach rechts, dann wieder nach links. Einmal will sie unbedingt dazugehören zu den lustig lärmenden Kindern und ein anderes Mal will sie allein sein mit ihrem Teddybären und dem Blick aus dem Fenster. So schwankt sie… Weiterlesen„Sie schwankt.“ [Hélène Cixous]
„Der Schuster wohnt und arbeitet im Souterrain eines Hauses in der Nähe des Bahnhofs.“ [Agota Kristof]
Ich erinnere mich an grauenhafte Kopfschmerzen, die sich als behandlungsresistent erwiesen. Die Ärzte waren ratlos. Kein Medikament wirkte, oder es wirkte nur kurz. Schließlich überzeugte man mich, von der mit traurigen Erinnerungen belasteten Wohnung, die außerdem an einer stark befahrenen… Weiterlesen„Der Schuster wohnt und arbeitet im Souterrain eines Hauses in der Nähe des Bahnhofs.“ [Agota Kristof]
„Nun ja, es gibt viele Möglichkeiten, gefangengehalten zu werden, denke ich, während ich durchs Moor laufe.“ [Anne Carson]
Das Moor hält sich schließlich ebenfalls selbst gefangen, so wie meine Gedanken, die immer nur im Kreis hintereinander her laufen. Fangen spielen. Aber ohne die spielerische Komponente. Immer ist alles so ernst. Es ist ein ohnehin unmögliches Fangen spielen, das… Weiterlesen„Nun ja, es gibt viele Möglichkeiten, gefangengehalten zu werden, denke ich, während ich durchs Moor laufe.“ [Anne Carson]
„Das Kind stellt keine Fragen.“
Das Mädchen ist fünf Jahre alt. Es hat dunkle Haare und einen früher neugierigen, jetzt traurigen, Blick. Es steht eigentlich immer in einer Ecke. Das erste wonach es sucht, wenn es einen Raum betritt, ist eine freie Ecke. Findet es… Weiterlesen„Das Kind stellt keine Fragen.“
„Ich war in den Wald gegangen, um mich dort in einigen Zweigen zu verwildern.“ [Paul Adler]
Im Winter war es anders, ich konnte nicht in diesem unglaublichen Grün baden. Stattdessen knirschte der Schnee unter meinen Füßen, dieser Schnee, der den Wald in ein schwarz-weiß Bild verwandelte. So schwarz- weiß, dass ich manchmal fürchtete, das Grün wäre… Weiterlesen„Ich war in den Wald gegangen, um mich dort in einigen Zweigen zu verwildern.“ [Paul Adler]
„Das Zimmer ist geräumig.“ [Agota Kristof]
Als ich die Wohnung das erste Mal sah, war das Zimmer, das für mich vorgesehen war, leer. Es schien ungeheuer groß. Hier würde ich alles unterbringen können und dennoch ausreichend Platz haben, um nicht ständig, bei jedem Schritt an Gegenstände… Weiterlesen„Das Zimmer ist geräumig.“ [Agota Kristof]
„Am Anfang war der Regen.“ [Valeria Narbikova]
Sie ist besessen von Reihenfolgen. Bei ihr gibt es nichts, das nicht zunächst geordnet und in Reihenfolgen gepresst wird. Also muss auch das Wetter einer Reihenfolge gehorchen. Und, hat sie entschieden, den Anfang macht der Regen. „Warum?“, frage ich sie…. Weiterlesen„Am Anfang war der Regen.“ [Valeria Narbikova]
Wie Lindsey Vonn und Gisèle Pelicot mir halfen mein Scheitern zu verstehen
Seit längerem quält mich das Gefühl, gescheitert zu sein. „Ich habe mein Leben an die Wand gefahren“, sage ich und wische alle Relativierungen, die meine Gesprächspartner vorbringen, mit leichter Hand vom Tisch. Ich sage diesen Satz und fühle, das er… WeiterlesenWie Lindsey Vonn und Gisèle Pelicot mir halfen mein Scheitern zu verstehen
„Es ist wie immer, die Müdigkeit haut wie mit einem Hammer auf mich ein.“ [Wolfgang Herrndorf]
Es ist egal, ob es hell ist oder dunkel. Es ist egal, ob ich nach vier Stunden aufwache oder nach zehn Stunden. Sie ist immer schon da. Sie ist niemals weg gewesen, vermutlich saß sie geduldig wartend auf dem Bettrand,… Weiterlesen„Es ist wie immer, die Müdigkeit haut wie mit einem Hammer auf mich ein.“ [Wolfgang Herrndorf]