(61)
Ich schaffe es nicht vernünftig für mich zu kochen, wenn ich allein bin. Je mehr ich von meiner Depression spreche, andere davon in Kenntnis setze, umso einfacher wird es damit klar zu kommen.
Die Welt unter meinem Hut
Ich schaffe es nicht vernünftig für mich zu kochen, wenn ich allein bin. Je mehr ich von meiner Depression spreche, andere davon in Kenntnis setze, umso einfacher wird es damit klar zu kommen.
Den Kalender für das nächste Jahr, auf dem steht: das wird ein gutes Jahr! werfe ich fast in den Papierkorb, als ich sehe, dass unter jeder Woche eine Rubrik steht, die To Do überschrieben ist. Dieses To Do was ich… Weiterlesen(60)
Ich möchte aufräumen. Aber jeder Versuch läuft so ab, dass ich die alte Unordnung durch eine neue Unordnung ersetze. Als würde sich jede räumliche Ordnung widersetzen, solange keine Ordnung in die Gedanken zu bringen ist. Und dann erinnere ich mich… Weiterlesen(59)
Manchmal tragen die Bohnenkeimlinge noch einen Teil der Erde, aus der sie sich ans Licht gekämpft haben, auf ihrem Kopf. Wie stark sie sein müssen, denke ich im ersten Moment aber dann wird mir klar, was für eine beschwerliche Reise… Weiterlesen(58)
Es regnet. Ich bin noch müder als gestern, obwohl ich seltsamerweise leichter aufstehen konnte. Eigentlich fühle ich mich vollkommen unfähig zu arbeiten und weil heute der Tag für Botengänge und ohne feste Bürozeiten ist, hätte ich gut zu Hause bleiben… Weiterlesen(57)
Lange Zeit bin ich nicht zum Friseur gegangen. Ich habe wirklich geglaubt, die Friseurin würde sich vor meinen Haaren ekeln. Ich weiß wie merkwürdig das klingt, ich wusste es auch schon während ich es dachte, aber trotzdem war der Gedanke… Weiterlesen(56)
Die Müdigkeit, von der ich dachte, sie könne gar nicht schlimmer werden, ist jetzt so bleiern, dass es sich anfühlt als lägen Gewichte auf meinem Körper, die immer dann noch schwerer werden, wenn ich versuche aufzustehen. Bei der Arbeit höre… Weiterlesen(55)
Es ist merkwürdig. Eigentlich ist mir gerade kaum zum Reden zumute. Eigentlich würde ich gerne in irgendeiner Falte der Zeit verschwinden, zensiere nicht nur jedes Wort das ich schreibe, sondern sogar jeden Gedanken, den ich denke und trotzdem (oder gerade… Weiterlesen(54)
Alles ist gleich geblieben, das gleiche Haus in der gleichen Straße, die gleichen Nachbarn, die gleichen Wochentage mit den gleichen Pflichten. Ab und zu eine Baustelle, die den Verkehr stocken lässt, neue Werbung an der Straßenbahn, aber sonst ist doch… Weiterlesen„Plötzlich sind wir andere als zuvor, denkt Irma, vorher waren wir so, jetzt sind wir anders.“ [Ulrike Anna Bleier]
Plötzlich fängt es an zu regnen, der Regen peitscht gegen das Fenster, als ich gerade einen Absatz geschrieben und dann wieder gelöscht habe. Was zu der Geschichte, die Mondbeben erzählt, passt. Denn nach und nach löscht die Realität die Wunschvorstellungen… WeiterlesenLesetagebuch Mondbeben (2)