„Der Schuster wohnt und arbeitet im Souterrain eines Hauses in der Nähe des Bahnhofs.“ [Agota Kristof]

Ich erinnere mich an grauenhafte Kopfschmerzen, die sich als behandlungsresistent erwiesen. Die Ärzte waren ratlos. Kein Medikament wirkte, oder es wirkte nur kurz. Schließlich überzeugte man mich, von der mit traurigen Erinnerungen belasteten Wohnung, die außerdem an einer stark befahrenen Straße lag, Abschied zu nehmen und mir eine andere Unterkunft zu suchen. Ausgerechnet der ratlose Arzt unterbreitete mir ein Angebot. Eine Souterrain Wohnung, geräumig, aber fast ohne Tageslicht. Günstig, aber weit außerhalb. Dort war, wenn ich mich richtig erinnere, eine Zeitlang sein Labor untergebracht, das nun ausgelagert wurde. Ich entschied mich gegen die Wohnung. Jahrzehnte später landete ich beruflich in einem Keller. Das Büro lag in den Kellerräumen und es kostete mich besondere Umstände und viel Beharrlichkeit bis ich nach sechs Jahren endlich eine Etage höher ziehen durfte in ein Büro mit großen Fenstern und Tageslicht. Auch in der Nähe des Bahnhofs habe ich einmal gewohnt und über einen Schuster könnte ich ebenfalls eine Geschichte erzählen. Seltsam wie persönlich manche Zitate auf einmal geraten.

3 Gedanken zu „„Der Schuster wohnt und arbeitet im Souterrain eines Hauses in der Nähe des Bahnhofs.“ [Agota Kristof]

  1. @muetzenfalterin
    Und die Frage stellt sich mir, wie und ob die Kopfschmerzen eines Tages verschwanden.
    Souterrain stelle ich mir sehr schwierig vor.

    1. Irgendwann kamen die ratlosen Ärzte auf die Idee ein CT von meinem Kopf machen zu lassen. Und siehe da: es war eine chronische Nebenhöhlenentzündung. Der HNO sagte: Kein Wunder, dass Sie Schmerzen hatten. Verschrieb mir ein Antibiotikum. Und voilá: die Schmerzen waren Geschichte.

      1. @muetzenfalterin Zum Glück. Wäre es doch immer so einfach.

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