Weil du so beharrlich gewesen bist und gleichzeitig unaufdringlich, weil du getan hast, als wäre es vollkommen selbstverständlich, dass du mich überallhin begleitest und die seltsame Sprache, die für mich aus nicht viel mehr als Lauten bestand, in eine andere Sprache überführt hast, die ich verstehen konnte, nur deswegen bin ich niemals auf die Idee gekommen, du hättest mir alles Mögliche erzählen können, das Gegenteil dessen, was gesagt wurde oder etwas ganz anders, was nichts mit dem Gesagten zu tun hatte. Ich kannte dich ja damals kaum, du hast dieses Angebot gemacht, auf eine Weise, die mir keine Wahl zu lassen schien, es war weniger ein Angebot als ein: so machen wir das jetzt. Und erst mit meinen eigenen Sprachkenntnissen ist das Vertrauen gewachsen. Trotzdem hatte ich diesen Gedanken, dass ich vollkommen abhängig war von dir, nie. Hanna sagte gestern nach einigen Gläsern Wein: Hast du nie befürchtet, er könnte irgendeinen Blödsinn erzählen und gar nicht wirklich übersetzen was dein Gegenüber gesagt hat? Das war tatsächlich das erste Mal, dass diese Möglichkeit überhaupt auftauchte und sie war etwas, das ich niemals in Betracht gezogen hätte. Andererseits kommen mir im Nachhinein einige Situationen seltsam vor. Wir waren beim Arzt. Die Diagnose war nicht lebensbedrohlich aber doch ernst, aber eure Gesichtsausdrücke waren nicht im mindesten ernst. Vielleicht ist das so in dieser Kultur habe ich damals gedacht. Ich werde mir die Unterlagen und Befunde jetzt noch einmal ansehen, ich fürchte Hanna hat gestern einen Virus verbreitet, den ich nicht so einfach wieder loswerden kann.
@muetzenfalterin
Wow. Ich guck mal, ob mir dazu auch etwas einfällt.
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