(3)

Es ist seltsam und irgendwie falsch wie dieser Brief hier liegt, links von mir, hinter der brennenden Kerze, vor dem Fenster, neben dem Laptop. Es steht zu viel in diesem Brief und zu wenig. Es ist die einzige Möglichkeit solche Dinge aufzuschreiben und es ist unmöglich solche Dinge nur zu schreiben und den anderen lesen zu lassen. Es ist ein falsches Leben in dem nicht viel anderes möglich ist, als genau das.

Es ist falsch zu denken, X sollte mir schreiben und Y hätte längst anrufen sollen. Es ist traurig zu denken der allergrößte Teil des Lebens ist jetzt vorbei und gleichzeitig ist es beruhigend. Ich möchte das jetzt nicht noch einmal vor mir haben, sagte meine Ärztin gestern als wir uns darüber unterhielten, dass auch ich jetzt bald meinen 60. Geburtstag feiere und ich unvorsichtig genug gewesen bin zu sagen, ich würde einige Dinge in meinem Leben gerne noch einmal machen, anders. Besser. Was denn hatte sie gefragt. Vieles was mit meinen Kindern zu tun hat, hatte ich geantwortet. Während des ganzes Gesprächs war ich stehen geblieben.

1 Gedanke zu „(3)

  1. @muetzenfalterin
    Sätze, die sich bei mir festklammern, da ich solche Gefühle und Gedanken selbst ähnlich auch schon gedacht habe. Ambivalenzen.
    Danke, dass du sie formuliert und geteilt hast. Sie machen etwas mit mir (wie so oft).

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