22. November

Vor mir liegt der Ordner mit Zetteln an all den Stellen, an denen ich den Mietvertrag für die neue Wohnung unterschreiben muss. Ich bin total gestresst, denn selbst unterschreiben geht nur noch in sehr guten Momenten. Inzwischen ist die Krankheit so weit fortgeschritten, dass ich immer weniger mit den Händen tun kann, eigentlich nur noch grobmotorische Arbeiten, alles was feinmotrisch ist fällt aus. Zum Glück kann ich noch die Tastatur bedienen, da scheint es keine Einschränkungen zu geben, und dafür bin ich wirklich dankbar. Versuchen nicht in die Zukunft zu denken, hier zu bleiben, im Jetzt. Der Schnee auf den Dächern ist noch nicht ganz getaut.

Ich gebe Erleichterung als Suchbegriff ein und auf lyrikline erscheint Els Moors als Dichterin. Ich erinnere mich an ihr Buch „Lieder vom Pferd über Bord“, das mich sehr beeindruckt und gleichzeitig überfordert hat. Ich erinnere mich, wie ich aus genau diesem Grund eine Rezensionsanfrage zu diesem, 2016 bei der legendären Brueterich Press erschienenen, Band abgelehnt habe. Und welchen Schluss kann ich jetzt daraus ziehen? Die Erleichterung hat mich überfordert?

Die Unterschriften habe ich inzwischen mehr schlecht als recht geleistet, die Schneereste halten sich beharrlich auf den Dächern und zur Erleichterung schreibe ich jetzt einen 100 Worte Text. Vielleicht kann ich sie damit herausfordern, oder besser noch, einladen.

8 Kommentare zu „22. November

  1. Was für eine Gemeinheit. warum treffen einen solche Schicksalsschläge da wo es wirklich weh tut. Gibt es irgendetwas was diesen Prozess verlangsamen kann? Medikamente, Ergotherapie? Ich hoffe ich tretedur mit diesen Fragen nicht zu nahe.
    Das Jetzt ausloten. Ich lese dann oft Herrndorf, weil er mit diesen brachialen Sprachverlust ausgesetzt war und trotzdem weiter machte. Ich wünsche euch einen nicht so stressigen Umzug, was wahrscheinlich nicht möglich ist. Aber der Magnolienbaum wartet.

  2. @muetzenfalterin Alles Liebe für dich!

  3. im jetzt sein und bleiben, das klingt gut. ein mist mit deinen händen, ein glück dabei immerhin, dass du die tastatur noch gut bedienen kannst. ich hoffe, noch viel von dir zu lesen! einen guten umzug wünsche ich, kraft, helle gedanken und alles liebe.

  4. Liebe Mützenfalterin, das tut mir sehr leid zu lesen. Jetzt sind wir soweit mittlerweile voneinander entfernt, das ich nicht mitbekommen habe, dass du Probleme mit den Händen hast. Gerade erinnere ich mich an eine Umarmung von uns beiden in Echtzeit, es fühlt sich sehr warm an und genau diese Umarmung schicke ich dir jetzt.
    Herzlichst, Ulli

      1. Gefühlt ewig her. Es muss so 2016 oder so gewesen sein, ich bin mir nicht ganz sicher.
        Vielleicht können wir das ja mal wiederholen, ich bin ja jetzt nicht mehr sooo weit von Bielefeld weg.

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