Einige Herren sagten etwas dazu

Freitag war Nicole Seifert im Buchladen Eulenspiegel mit ihrem neuen Buch „Einige Herren sagten etwas dazu“. Mit mir waren schätzungsweise gut 30 Menschen da.

Die Moderation von Angelina Gruschka war etwas merkwürdig, zwar freundlich aber eigentlich ohne jegliche Informationen zu Nicole Seifert.

Diese jedenfalls kann nicht nur hervorragend über das schreiben, zu dem sie dankenswerterweise forscht, sondern ist darüber hinaus eine ebenso unterhaltsame wie kluge Lesende.

Die anschließende Diskussion war für mich überraschend scharf. Es gab kluge Nachfragen, aber auch Angriffe. So sei es aber doch nicht gewesen, sagt ein Herr, der selbst, wie er sagt, seit den 60er Jahren im Verlagswesen tätig gewesen ist, und dort eigentlich immer nur mit Frauen zu tun gehabt hat. Anderen wiederum geht das Aufdecken der Missstände nicht weit genug. Ich bin immer irritiert, wenn das Publikum so übergriffig wird und denkt, es müsste die Autorin über etwas belehren.

Als die Veranstaltung zu Ende ist, sagt B., die ich dort getroffen habe, vermutlich sei einiges davon gerade für viele Männer schwer auszuhalten. Und meint damit, mit diesem Verhalten, mit den Verhältnissen konfrontiert zu werden. Die ihr reines Bild, das sie von sich haben, beschädigen.

Wie auch immer, Seifert selbst erzählte während der Lesung, dass bei ihrer Premierelesung im LCB viele junge Autorinnen anwesend waren, die erzählten, einige der immerhin teilweise fast 80 Jahre zurückliegenden Begebenheiten, selbst erlebt zu haben. Um so wichtiger ist dieses Buch.

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