o.T.

Man hat dich erzogen mit Regeln und dem Auftrag unauffällig zu funktionieren. Jetzt passt der Gedanke der Freiheit nicht mehr in deinen Kopf.

In der Küche ist der Tisch gedeckt. Brot, Butter, Käse und Eier. Alles ordentlich angerichtet. Appetitlich, bunt und schön. Nur du bist längst satt. Hast in der Nacht alles in dich hineingestopft. Unordentlich, unsortiert und maßlos. Nahrung und Gedanken. Du hättest sie gerne so wie den Frühstückstisch; ordentlich, einladend und appetitlich. Aber sie fressen sich gegenseitig, sind unersättlich und nicht zu verdauen. Deine Gedanken kotzen dich aus, statt dir eine Art von Ordnung, von Sammlung zu ermöglichen.

4 Kommentare zu „o.T.

  1. Dieser Beitrag zum Wörterbuch der Befindlichkeiten hat keinen Titel. Das ist keine Absicht, sondern mein momentanes Unvermögen zu bestimmen, um welches Gefühl es sich handelt. Vorschläge und Ideen sind sehr willkommen.

  2. Liebe Elke, nur eine kurze Erweiterung aus meiner Sozialisation:
    „Man hat dich erzogen mit Regeln und dem Auftrag unauffällig zu funktionieren.“ – „Kinder darf man sehen, aber nicht hören!“ – Und explizit gehört zum unauffälligen Funktionieren: Sich (mit eigenen Gedanken) in ein Gespräch einzubringen oder (auf gar keinen Fall!) sich erklären oder gar rechtfertigen wollen, was unter ‚Widerworten‘ gebucht wurde. Streng verboten.

    Aber irgendwo verbirgt sie sich, die eigene Freiheit. Sie ist nie ganz verlorengegangen. Sanitätsdienst bitte. Wiederbelebung!

Antworte auf den Kommentar von Bess Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert