(29)

Nach den grauen verregneten Tagen leuchten die gelben Blätter der Magnolie in der Sonne. Ich denke über meinen Anteil am Schmerz der anderen nach. Es ist zu viel. Der Anteil ist zu groß und schmerzhaft um darüber schreiben zu können. Überhaupt fällt mir das Schreiben schwer. Mir ist jegliche Lust zu rezensieren vergangen. Das ist der Preis dafür Geld für Besprechungen zu bekommen. Zaesur ist mir viel zu geordnet und sorgfältig. Mir fehlt das willkürliche, bunte, anarchische von Fixpoetry. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur älter geworden.

Traurigster Satz: Die war richtig gut.

Ich werde pathetisch. Alle sind entweder pathetisch oder empört. Gleichzeitig ratlos.

Eine Kollegin sagt zu mir: Mit kurzen Haaren sahst du jünger aus. Und als ich antworte: ich werde sie mir so bald nicht abschneiden sagt sie: Schade. Ich bin irritiert. Aber dann sehe ich mich im Spiegel. Ich sehe meine Haare, wie sie mich beschützen und mir wird klar: Ich muss nicht jünger aussehen. Sowieso: jünger als wer? Und warum überhaupt immerzu dieser Jugendwahn?

Das Schöne mischt sich mit dem noch immer Unbegreiflichem. Das Schwere mit dem Leichten. So scheint mir das Leben immer wieder klar zu machen, aus welchem Stoff es ist.

Ich träume jetzt wieder intensiv. Und rätselhaft.

5 Gedanken zu „(29)

  1. Ich weiß, daß das jetzt völlig an Deinem Thema vorbeigeht, aber:

    „Ich träume jetzt wieder intensiv. Und rätselhaft.”

    Diese Worte hätte ich gern auf meinem Grabstein stehen …

  2. Ich lese deine Texte immer, sie sprechen mich sehr an. Liken geht nicht, und kommentieren verbietet sich bei so persönlichen selbstreflektierten Texten. Also diesmal doch eine Reaktion.

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