25. Mai

Eigentlich wollte ich nur schnell in der Bücherei die Vorlesungen von Judith Hermann abholen und dann einen Kaffee trinken. An den Tisch kam niemand. Im Cafe ist alles ein wenig verändert. Natürlich ist das meiste gleich geblieben, aber gerade die Veränderungen fallen auf. Die Erinnerung, wie Maria F. mich vor der roten Wand fotografiert hat, nach dieser Lesung von Ulrike Almut Sandig. Dass die NW damals noch über solche Formate berichtet hat.
Jedenfalls ging ich also zum Tresen, zur Theke, zwei Frauen, die Handgriffe verrichteten, miteinander sprachen, aber weder mich, noch die erhebliche Anzahl weiterer Menschen dort im Bereich der Theke wahrzunehmen schienen. „Haben Sie geöffnet“, hätte ich fragen sollen, „oder ist die Tür nur versehentlich nicht geschlossen?“. Habe ich aber nicht getan, bin stattdessen einkaufen gegangen und habe noch im Loom einen Anruf von einen Psychiater bekommen, der mich offenbar mit jemandem verwechselt haben muss.
Aus derart brüchigem Selbstverständnis sind meine Geschichten. Erzählungen. Erlebnisse.

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