„Allmählich kommt es mir so vor, als wäre die Vergeblichkeit gar nichts Schlimmes, ich will mich mit ihrem eigenartigen Sinn versöhnen.“ schreibt die Graugans.
Ich mag diesen Satz sehr und versuche ihn auf meine Weise weiter zu denken: Der eigenartige Sinn der Vergeblichkeit liegt ja nicht zuletzt darin, dass wir vergeblichkeit als Scheitern verstehen, als Versuche, die nie zu einem guten Ende führen werden, und gleichzeitig ist dieser Begriff doppeldeutig. Es steckt auch das Vergeben darin.
Vielleicht meint also eine nicht schlimme Vergeblichkeit, die Möglichkeit Vergeblichkeit als etwas zu betrachten, mit dem man sich versöhnen kann. Eine Möglichkeit, sich selbst zu vergeben angesichts der eigenen Begrenztheit, sich anzufreunden mit der Vergänglichkeit, dem nicht Genügen, dem Unzureichenden. Vielleicht liegt sogar eine gewisse Schönheit in diesem Unzureichenden und in der Vergeblichkeit. Vielleicht ist es eine Gnade. Ein Vergeben an sich. Und wir müssen nur lernen es zu erkennen, unseren Blick schärfen, die Perspektive verändern, um etwas sehen zu können, was auf den ersten Blick schmerzt, aber dann hinter dem Schmerz leuchtet eine Schönheit, die es sonst nicht gibt.