Leere

Nichts auf der Welt ist so gelenkig wie die Leere. Die jeden Winkel mühelos erreicht. Jedenfalls wenn man ihr entgehen möchte, sie auf Abstand zu halten versucht. Beeinflussungen dieser Art mag sie nicht. Einladungen nimmt sie entgegen. Ob sie sie annimmt oder ablehnt, entscheidet sie scheinbar willkürlich. Die Leere hat einiges um das ich sie beneide. Nur manchmal, wenn sie mich ganz unverhofft ausfüllt, fühle ich mich derart verbunden mit ihr, dass ich mich selbst vergesse. Plötzlich wird mein Geist ebenso gelenkig wie die Leere. Aber es gibt keinen Winkel mehr, der ihn reizt. Er ist vollkommen still und friedlich.

3 Kommentare zu „Leere

    1. Irgendwie dachte ich eine Zeitlang, dass das jetzt durch ist. Es war eine gute Idee, aber dann gab es das Buch dazu und jetzt ist es auch vorbei. Alles andere ist Aufwärmen, Imitation von etwas, das einmal geklappt hat. Aber ich merke, dass diese 100 Worte für mich fast organisch funktionieren. Sie scheinen tatsächlich eine Möglichkeit zu sein, bestimmte Sachverhalte, Fragen und natürlich Befindlichkeiten, in Form zu bringen.

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