Einsichten und Aussichten

Ich lese einen Artikel über Cindy Sherman anlässlich ihrer Austellung in Athen. Es geht um ihre Vergangenheit, darum wie sie zu ihren Film Stills und den Untiteld Aufnahmen gekommen ist. Sie erzählt, wie unbeholfen und ängstlich sie sich fühlte, als sie gerade nach New York gezogen war. Ihre Bilder, sagt sie, waren eine Möglichkeit Selbstvertrauen zu spielen. Diese Aussage gefällt mir sehr. Ich denke darüber nach, dass ja auch das Schreiben eine Art sein könnte, Selbstvertrauen zu spielen. Seit einiger Zeit schon denke ich darüber nach, dass ich im Schreiben, Situationen, die gerade nicht gut für mich sind, und die die Vergangenheit in einem häufig belastenden, schlechten Licht erscheinen lassen, ändern könnte. Ich könnte andere Möglichkeiten durchspielen. Mir eine andere Vergangenheit und eine andere Gegenwart erschreiben, die letztendlich Auswirkungen hätten auf das was ist. Weil sie mir schreibend Klarheit bringen könnten. Vielleicht stellt sich beim Schreiben heraus, dass auch andere Handlungen zu ähnlichen Auswirkungen geführt hätten. Vielleicht ist es einfach nur befreiend auf dem Papier eine ganz andere Rolle zu spielen. Auf jeden Fall, das weiß ich aus Erfahrung, ändert das Schreiben die eigene Haltung. Nicht grundlegend, aber manchmal dennoch maßgeblich.

 

1 Kommentar zu „Einsichten und Aussichten

  1. Sehr spannend diese Frage. Ich bin mir sicher, dass das Schreiben verändert, weil es innere Prozesse sichtbar macht. Aber das Leben wirkt sich ja auch auf das Schreiben aus. ( ich bin immer noch dabei meine älteren Blogbeiträge durchzusehen und erschrecke regelmäßig.
    In Gedanken Frage ich mich oft, was wäre gewesen, wenn ich anders entschieden hätte. Das Spiel mit der Biographie. Wenn ich das dann aufschreibe, eine mögliche andere Entwicklung erfinde- spannend. sich Selbstbewusstsein erschreiben.

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