Wenn ich morgens am Tisch sitze, und notieren will, was in mir vorgeht, bekomme ich gerade nicht viel mehr als das Datum zustande. Vielleicht ist es ja so, dass ich das schreibend nicht kann, oder dass ich das nicht gleichzeitig bewältigen kann; Erfahrungen machen, Dinge langsam (aber hoffentlich nachhaltig) begreifen, und schreiben. Ob nun darüber oder überhaupt.
Man weiß die Dinge ja häufig erst dann zu schätzen, wenn man sie verloren hat. Wenn das, was man früher gar nicht wahrgenommen hat, was eine vollkommen unbemerkte und erst recht unhinterfragte Routine gewesen ist, plötzlich fehlt. Aufstehen, Kaffee machen, schreiben und dann einfach erledigen was ansteht. Ich kann das nicht mehr. Wenn ich nicht am Abend vorher einen strukturierten Plan, eine to-do-Liste für den kommenden Tag gemacht habe, auf die ich zurückgreifen kann, überfordert mich alles und ich schaffe es kaum aufzustehen. Dann geht all meine Energie häufig dafür verloren, mir klar zu machen, wie viel andere Menschen schaffen, wie sie Buch um Buch veröffentlichen, daneben noch Übersetzungen schreiben, wie sie drei oder mehr Kinder betreuen und ins Leben begleiten, und daneben noch einer Arbeit nachgehen. Manchmal, und das sind eigentlich die schlimmsten Momente, vergleiche ich meinen Ist-Zustand mit meiner Leistungsfähigkeit vor Jahren.
Und dann vergleichen wir, obwohl es sowas von überhaupt nichts bringt. Ich finde auch immer, dass den anderen Leben besser gelingt als mir. (Und jetzt tue ich es auch schon wieder.
Dabei sind die einzigen normalen Menschen die, die wir nicht besonders gut kennen. Oder so.
(Zitat: https://beruhmte-zitate.de/zitate/2106764-alfred-adler-die-einzigen-normalen-leute-sind-die-die-du-nicht/)