Li La Listen

Ich stelle mir Aufgaben, die ich dann mehr oder weniger gut erfülle. Ich mache das seit Jahren. Jahrzehnten! Einmal, das ist inzwischen auch beinahe zehn Jahre her, habe ich eine Liste erstellt, bei der der dritte (oder der wasweißich wievielte) Punkt hieß: aufhören, Listen zu machen. Das ging. Aber es war nicht gut. Es war nicht gut, ohne diese Listen zu leben. Was sagt das jetzt über mich aus? Darüber, ob ich die Fassade wichtiger finde, oder das, was darunter liegt? Darüber, welche Räume ich mir erschlossen habe und welche ich ängstlich bemüht (aber unbewusst) ganz fest verschlossen halte?

Die Listen rekonstruieren, die ich vor zehn Jahren geschrieben habe, oder noch früher und vergleichen mit denen von heute. Welche Muster gibt es da? Veränderung? Hatten die Listen damals eine andere Funktion als heute?

D. schreibt, Listen schreiben entlastet praktisch sofort. Die Dinge ordnen, übersichtlich machen und sie damit irgendwie schon ein Stück weit bewältigen.

Oder vielleicht die Dinge, die sich nicht aufschreiben und nicht bewältigen lassen überschreiben mit diesen To Do Listen, deren Abarbeiten immerhin möglich ist.

1 thought on “Li La Listen

  1. (Mein Kommentar ist weg. Also nochmals.) Dass Listen ein probates Mittel gegen erlebte Hilflosigkeit seien, hatte ich geschrieben. Ich finde, das darf so. Etwas Bewältigbares gegen etwas nicht zu Bewältigendes eintauschen … warum auch nicht. Wenn wir von Dingen umgeben sind, die sich kaum handhaben lassen, tut es gut, handhabbare Dinge erledigen zu können.

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