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Seit gestern habe ich einen Kalender für das Jahr 2027, „Das wird ein gutes Jahr“ steht darauf. Vielleicht hilft es ja. Offenbar hat mir gestern geholfen zu realisieren, wie überfordert ich bin mit Aufträgen und Anforderungen, die ich zu erfüllen versuche, aber nie gelange ich zum erhofften Ziel, und so bleiben sie bestehen. Ich habe mir das eingestanden und deutlich gemacht wo meine Grenzen sind. Prompt konnte ich das erste Mal seit vielen Nächten für meine Verhältnisse gut schlafen.

Der Nebel vor dem Fenster hat sich aufgelöst, es wird noch einmal ein schöner Herbsttag, die Leute werden die Sonne und Wärme genießen und nur einige werden sich bewusst machen, was für ein katastrophaler Sommer das war und wie tief wir mitten in einer wirklich bedrohlichen Klimakrise stecken. Es gibt ja auch so viele andere Dinge, die ebenfalls besorgniserregend sind; Gesundheitsreform, Sozialkürzungen, Landtagswahlen bzw. ihr Ausgang, Wohnungsnot, Existenzsorgen. Aber es gibt auch diese guten Momente, in Spanien bewirken die Proteste, dass Maricarmen in ihrer Wohnung bleiben darf, Shida Bazyar gewinnt den Buchpreis und hält eine sehr kluge Rede. In der Neuen Rundschau zur „Gegenwartsliteratur“ kann ich klugen Menschen beim Nachdenken folgen. Und was ich damit vielleicht am ehesten zu mir selbst, sagen will ist: es gibt Grenzen, aber innerhalb dieser Grenzen herrscht Vielfalt, das Besorgniserregende existiert neben dem Hoffnungsvollen, das Komplexe neben dem Einfachen, und ja, vermutlich auch das Böse neben dem Gutem. Und jeden Tag darf ich mich entscheiden, wie weit ich gehen kann und will, damit der Tag allen Anforderungen und Fährnissen zum Trotz, ein guter Tag wird.

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