(34)

Eine Verwandte, die Tochter oder Mutter oder auch nur Freundin des Zweifels zu sein ist kein Vergnügen. Etwas zweifelsfrei zu erkennen ist auch kein Vergnügen. Es gibt kein Vergnügen wenn es kein Genügen gibt und Genügen gibt es nie. Ich schreibe nicht, etwas anderes schreibt mich und erst lesend erkenne ich vielleicht was gemeint sein könnte. In glücklichen Momenten sogar wer ich bin. Ein Vergnügen ist das nicht.

Das schrieb ich vor drei Jahren und es scheint mir erwähnenswert, weil es so gut passt zu diesem Traum, den Wolfram Lotz in seinem bemerkenswerten Buch Träume in Europa notiert hat. Der Traum ist einer der traurigsten in einer bunten und sehr skurrilen Mischung. Er geht folgendermaßen: „Ich bin zu Besuch bei meinen Eltern. Wir sitzen am Küchentisch, sie schauen mich sehr traurig an und sagen mir, dass sie mich nicht mögen. Ich verstehe sie und versuche sie zu trösten.“

Gestern habe ich einige Gedanken notiert, die dieser Traum bei mir ausgelöst hat, aber ich finde er steht so dicht und kompakt für sich, dass es den Rahmen sprengen und die traurige Schönheit dieser Sätze zerstören würde, wenn ich sie anfüge. Vielleicht ein andermal.

1 Kommentar zu „(34)

  1. Das löst in der Tat schwere , belastende Gedanken aus, liebe Frau Mützenfalterin, obwohl dein Name doch leicht wie der eines Schmetterlings sich anhört!
    Jetzt mache ich mich auf die Suche nach diesem Buch!

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