9/100

Aufwühlende Bücher lesen, Bücher, die mir helfen mich besser zu verstehen. Wenig schreiben, aus Angst es könnte zu viel zum Vorschein kommen. Der Himmel dramatisch bewölkt. Junge Väter mit Kinderwagen, Männer meiner Generation die ihre hängenden Brüste zur Schau tragen. Gespräche in fremden Sprachen. Es soll hier auf der Insel 41 Vogelarten geben, drei davon habe ich gesehen.

Manchmal vergesse ich wie ich sein will. Man sollte glauben das wäre eine Befreiung. Aber das ist es nicht. Ich erinnere mich an eine Horde Katzen auf Mallorca. Sie waren sehr dünn, sie waren zahlreich. Sie waren verzweifelt. Vielleicht hat es damals angefangen.

1 Gedanke zu „9/100

  1. „Manchmal vergesse ich wie ich sein will. Man sollte glauben das wäre eine Befreiung. Aber das ist es nicht. Ich erinnere mich an eine Horde Katzen auf Mallorca. Sie waren sehr dünn, sie waren zahlreich. Sie waren verzweifelt. Vielleicht hat es damals angefangen.“

    Solche Absätze sind es, die ich in ihren Verknüpfungen bewundere. Sätze wie ein ganzes Buch. Oder Sätze, die zusammengeschnürt in Geschenkpapier einen Roman öffnen könnten. Oder ein Leben. Ein Wunder könnte entstehen. Eine Entwicklung. Eine Veränderung. Es könnte ein Albtraum freigelegt werden, den man niemandem wünschte. Auf dem Nachbargleis: auch eine Wahrheit, die Erkenntnis, dennoch überlebt zu haben. Vielleicht hat es damit angefangen, sich sein Leben als Buch vorzustellen.

    Eine alkoholkranke Mutter. So war es. Etwas entwickelt sich noch immer. Jedes alte Foto, jeden vergilbten Brief ansehen und sich fragen: hat es damals begonnen?

Antworte auf den Kommentar von Bess Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert