Ariel Levy – Gegen alle Regeln. Eine Geschichte von Liebe und Verlust

Die Geschichte von Liebe und Verlust beginnt dramatisch, um dann in eine ganz andere Richtung umzuschwenken.
Aus den unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtet Levy die Stellung, sowie eigene und gesellschaftliche Ansprüche an Frauen. Da ist das Beispiel von Caster Semenya, die bei den Olympischen Spielen 2016 Aufsehen erregte, aber auch die Geschichte ihrer eigenen Mutter, oder der erste Artikel Levy´s über einen Club in dem dicke Frauen ihre Leibesfülle feiern. All das liest sich wie Puzzleteile, die früher oder später ein Bild ergeben werden und vielleicht sogar eine Brücke schlagen zu den beängstigenden Anfangsseiten, in denen der Erzählerin auf denkbar schmerzhafte Weise der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Levy gelingt es scheinbar disparate Ereignisse und Erinnerungen so miteinander zu verknüpfen, dass sich ein Bild ergibt.

In einem Gespräch mit ihrem zukünftigen Chef bei der New York Times sagt Levy´s Protagonistin: „Ich schreibe über Sexualität und Geschlechterrollen. Ich schreibe Storys über Frauen, die zu viel sind.“ Das ist, wovon „Gegen alle Regeln“ handelt.

Vom Gipfel des Daseins fällt die Erzählerin in den Abgrund. Eben noch schwanger, abenteuerlustig, glücklich verheiratet und finanziell abgesichert, und im nächsten Moment pleite, allein, überwältigt von der Trauer um ein verlorenes Kind und verstrickt in die Trennung von einer alkoholabhängigen Partnerin, spricht Levy von einer besonderen, aber im Grunde sehr einfachen Art von Trost:

“Eigentümlicherweise aber tröstet mich gerade diese Wahrheit. Der Tod wird dich holen. Du kriegst zehn Minuten oder achtzig Jahre, niemand aber kommt lebend davon. Dieses Gesetz zu akzeptieren schenkt mir einen überraschenden Anflug von innerem Frieden.“

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